Reisebericht 2012

von Anton Weber

Am Freitag, den 16.11.12 brach eine fünfköpfige Delegation des Vereins - bestehend aus Anton und Barbara Weber, Maren Maunz, Janni Bader und Ramona D’Agostino - zu unserem diesjährigen Besuch im westafrikanischen Togo auf. Die junge Waldstetterin Ramona wird vor Ort ein viermonatiges Praktikum in einer Vorschule und in unserem Ausbildungszentrum ABCN absolvieren.

Bereits im Vorfeld gab es viel zu organisieren, da wir dieses Jahr den Verein offiziell in Togo registrieren lassen wollten.

Nach einem anstrengenden Flug mit langen Busfahrten und weiten Fußwegen auf dem Pariser Flughafen, kamen wir mit über zwei Stunden Verspätung gegen 21.30 Uhr in Togo an. In Lomé wurden wir von Aristide, Léon, seiner Tochter Holali und Enkel Simeon herzlichst empfangen. Traditionsgemäß sind wir dann zum Bungalow-Dorf „Chez Alice“ am Stadtrand von Lomé gefahren, um dort unsere erste Nacht zu verbringen. Hier wartete schon Robert auf uns, welcher uns in den folgenden Tagen als Übersetzer sehr hilfreich sein wird. Mit Wurstsalat, togoischem Bier und den ersten afrikanischen Eindrücken ließen wir den Abend im Restaurant von Alice ausklingen.

Samstag, 17.11.

Am nächsten Morgen haben wir uns gleich nach dem Frühstück mit Léon, Aristide und Robert zusammengesetzt, um das Programm unserer Reise festzulegen. Schon nach wenigen Minuten stand fest: unser Aufenthalt wird wohl zu kurz für dieses Programm sein. Im Rahmen dieses Gespräches trafen wir auch die wichtigen Vorbereitungen für die Eintragung unseres Vereins ins Registerbuch im Wirtschafts- und Innenministeriums in Lomé. Diese Eintragung ist für die weitere Arbeit und vor allem für die Sicherheit unserer Leute vor Ort unabdingbar. Unsere Arbeit wird dadurch erleichtert und die Rechte unsere Partner gestärkt. Anschließend haben wir uns auf den etwa 3,5 stündigen Weg nach Kpalimé gemacht, um unserer Basisquartier im „Schwabennest“ zu beziehen.

Am Nachmittag trafen wir uns mit einem Vertreter des Ministeriums, welcher die Papiere für die weitere Bearbeitung entgegen nahm. Nach der kurzen Besprechung haben wir Clemens, einen Vertreter von der Stuttgarter Organisation „Solidarität und Technik e.V.“, kennen gelernt. Im Jahr 2009 haben wir über diese Organisation einen Container mit Fahrrädern nach Togo geschickt. Nach kurzer Kennenlernphase schloss sich Clemens für die kommende Woche unserer Reisegruppe an.
 

Sonntag, 18.11.

Am Sonntag fuhren wir nach Dogbagdj, einem Bergdorf am Hang des Mount Agous, dem höchsten Berg Togos. Auf 850m Höhe und bei spürbar angenehmeren Klima besuchten wir das dortige Dispensaire (eine kleine togoische Krankenstation), welches wir vor etwa zehn Jahren mit Krankenbetten ausgestattet hatten. Im Anschluss daran fuhren wir auf einer abenteuerlichen Piste, an dem unser Sprinter an seine Grenzen kam, nach Akplolo. Hier am Fuße des Agous haben wir vor vier Jahren ein Dispensaire gebaut. Mit Freude konnten wir feststellen, dass dieses sich in einem guten Zustand befindet. Auf der Rückfahrt nach Kpalimé machten wir Halt im Dispensaire ATU, welches von einer Deutschen namens Usch ins Leben gerufen wurde und noch heute von ihr betrieben wird. Schon seit Jahren unterstützen wir dieses Projekt mit Hilfsgütern aus dem Container, vor allem mit Verbandsmaterial.

Am Abend trafen wir uns mit Aristide und Léon im Macumba, einem Restaurant, welches unserem Ausbildungszentrum in Kpalimé angegliedert ist. Im Reiseführer „Lonely Planet“ wird dies als eines der drei besten Lokale in Kpalimé ausgezeichnet.

                                             Bergdorf Dogbagdj                               Dispensaire Dogbagdj                              Begrüßung, Anton und Clemens

 Montag, 19.11.

Am nächsten Tag fand unsere jährliche Betriebsversammlung in Ausbildungszentrum ABCN statt. Aktuell befinden sich hier 75 Lehrlinge in Ausbildung, 26 davon begannen vor vier Wochen mit ihrer Ausbildung. Warme Worte empfingen uns gleich zu Beginn. Die Auszubildenden bedankten sich für Sicherheitskleidung und –schuhe, sowie für die Schutzschilde für Schweißarbeiten, welche wir im Sommer mit den Hilfscontainern nach Togo verschickt hatten.

In interessanten Gesprächen erkundigten wir uns nach der aktuellen Lage, dabei wurden auch einige gute Verbesserungsvorschläge seitens der Auszubildenden angebracht. Es gibt beispielsweise ein Defizit an Maschinen im Bereich der Schreinerei, der Dreherei, der Automechanik und der Schweißerei. Wir werden uns bemühen, in den nächsten Containern entsprechende Gerätschaften nach Togo zu schicken. Ferner wurde das Thema Unternehmensgründung nach dem dritten Ausbildungsjahr angesprochen. Bis heute sind weit über 50 Unternehmensgründungen erfolgt. Bewährt hat sich ein Zusammenschluss von mehreren Absolventen, die über uns in Form eines Kredites Maschinen und Geräte erhalten. Wir haben aber auch gesehen, dass wir zukünftig dieses Feld verstärkt bearbeiten müssen. Auch die Wohnsituation der Auszubildenden wurde angemerkt. Viele müssen täglich 5-10km bis zu ihrer Arbeitsstelle zurücklegen, da eine Wohnung für sie in Kpalimé schlichtweg zu teuer ist. Gegen Ende fasste sich auch ein junger Mann den Mut und meinte, dass es für ihn nicht möglich wäre, ein vernünftiges Essen zu kaufen. Dies hat uns alle sehr bewegt und wir versprachen, uns darüber Gedanken zu machen. Alles in allem waren wir mit den Auszubildenden, den Ausbildern und den Mitarbeitern sehr zufrieden. Wir sind sehr stolz auf dieses Zentrum.

                                  

Am Nachmittag besuchten wir das CMS Solidarité, ein kleines Krankenhaus im Armenviertel Kpalimés. Dieses betreuen wir seit vielen Jahren. Im Jahr 2008 haben wir dort zwei Isolierstationen gebaut, im vergangenen Jahr konnte die Wasserversorgung zum Zentrum organisiert und finanziert werden. Es funktioniert perfekt und das nun verfügbare saubere Wasser ist eine Erleichterung für Patient und Belegschaft. Mit der Direktion und der Belegschaft wurden Umstrukturierungen beim Sozialfonds beschlossen, der die medizinische Behandlung von mittellosen Patienten gewährleistet. Bisher konnten ca. 130 mittellose Patienten mit ärztlicher Versorgung und Medikamenten unterstützt werden. Von nun an sind der medizinische Leiter David Logovi und der Buchhalter Lem Mehesan für die Umsetzung und Dokumentation der Fälle zuständig. In regelmäßigen Abständen müssen sie einen detaillierten Bericht über ihre Arbeit nach Deutschland schicken, um weitere Spendengelder zu erhalten. Außerdem verteilten wir Kartons mit Verbandsmaterial und kleinen medizinischen Geräten aus unserem Container auf die Stationen.

         

Nach diesem sehr umfangreichen Programm und der gnadenlosen Hitze saßen wir abends in unserer Paillote gemütlich zusammen und ließen den Tag ausklingen.
 

Dienstag, 20.11.

Der Dienstag war wieder einmal voll gespickt mit Programmpunkten. Clemens hat unsere Mechaniker-Lehrlinge in Punkto Fahrradreparatur, -pflege und Einstellung der Schaltung geschult, um so die gespendeten Fahrräder aus Deutschland mit Fachkenntnis vor der Weitergabe zu reparieren. Barbara, Ramona, Maren und Janni haben die Spendengüter der beiden Hilfscontainer sortiert und drei Sprinter voll beladen ins Dispensaire CMS Solidarité gebracht. Ich habe mich mit Léon und Robert im Büro der Jahresbilanz gewidmet. Zudem war es mir wichtig, mit Léon, Aristide und Robert das Thema Ernährung unserer Auszubildenden zu besprechen. Es wurde von uns ein Antrag ausgearbeitet, der am Nachmittag mit der gesamten Gruppe diskutiert und einstimmig für absolut notwendig empfunden wurde. Der Antrag lautet: Ein Betrag von max. 5 000 € jährlich wird vom Verein Hilfe für Togo zur Verfügung gestellt, wovon für die 75 Auszubildenden täglich eine hochwertige Mahlzeit zubereitet werden kann. Die Ausschreibung an verschiedene Frauen und an das Restaurant Macumba erfolgte umgehend. Robert ist für die Kontrolle der Gesundheitspapiere der jeweiligen Anbieter zuständig. Dieser Tag war erneut sehr, sehr zufriedenstellend und wir konnten bei einem Gewitterregen die etwas kühlere Abendluft genießen.

 

                    

Mittwoch, 21.11.

Am nächsten Tag trafen wir die Vorbereitungen für die Fahrt auf die Hochebene Plateau-de-Danyi. Der erste Halt war im Centre de Sante in Kpime, das von einem chilenischen Orden organisiert und von der Luxemburger Nationalbank finanziert wird. Das Bauwerk ist absolut vom Feinsten und teilweise ausgerichtet auf traditionelle Medizin, vermutlich für Kunden der gehobenen Klasse. Im Oktober 2013 soll das Gesundheitszentrum in Betrieb gehen. Anschließend ging es weiter nach Akata, wo im vergangenen August ein 80m tiefer Brunnen gebohrt wurde. Die Quelle liefert 5.000 Liter sauberes Trinkwasser. Die Bohrung kostete uns 7.000 €. Nun werfen sich die folgenden Fragen auf, die geprüft und entschieden werden müssen: Erstens, soll der Brunnen nur  die Schule mit etwa 1.000 Schülern mit Wasser versorgen? Zweitens, soll neben der Schule noch ein Teil des Dorfes Wasser aus dem Brunnen bekommen? Drittens, soll das Wasser in einen Wasserturm gepumpt werden, das von dort aus über Leitungen in das ganze Dorf fließen könnte? Hierfür wären sechs Wasserstellen notwendig. In Akata leben etwa 4.000 Einwohner. Wir entschieden uns für die nachstehende Vorgehensweise: Die Kosten für die drei Alternativen sollen ermittelt werden. In einer Sitzung in Deutschland wird anschließend darüber diskutiert und entschieden. Nach dem Zwischenstopp in Akata fuhren wir weiter auf das Plateau-de-Danyi. Dort ist das Klima spürbar angenehmer, bei einer durchschnittlichen Höhe von ca. 800 Metern. Ursprünglich wollten wir im Männerkloster von Dzobegan übernachten, welches allerdings bereits ausgebucht war. Daher zogen wir bei den benachbarten Nonnen ein. Schon am Eingang wurde uns klar, dass das Kloster ein Ort der Stille ist. Überall fanden wir Plakate mit der Aufschrift 'Silence' (Ruhe). Janni wurde durch einen Verstoß der Regeln sofort von der Oberschwester für sein Reden gerügt. Wir mussten uns also anpassen... Nach dem Einchecken besichtigten wir das von unserem Verein dieses Jahr kernsanierte Dispensaire in Elavanyo. Wir waren begeistert, wie ein baufälliges Kolonialgebäude mit relativ wenig Mitteln in neuem Glanz erstrahlen kann. Der Krankenpfleger Simon, der gleichzeitig auch der Leiter des Dispensaires ist, sprach im Namen der gesamten Belegschaft seinen Dank aus. Der Kantonchef, der mit seinen Dorfchefs zugegen war, bedankte sich ebenfalls für die tolle Leistung. Ferner wies er auf weitere notwendige Bau- und Renovierungsarbeiten im Dorf hin. Stolz auf dieses gelungene Projekt fuhren wir zu unserer Schlafstätte ins Nonnenkloster zurück.

                       

Donnerstag, 22.11.

Bereits um 3:30 Uhr wurden wir von Glockengeläut geweckt. Dies war der Aufruf zum Gebet. Um 4 Uhr läutete die Glocke erneut, dieses Mal allerdings schon heftiger. Dennoch zogen wir es vor, den Gesang und die Meditation vom harten Bett aus zu genießen. Das Frühstück war auf 8 Uhr angesetzt. Zuvor wurden wir von der Schwester Oberin aus dem Bett geschmissen, die mit einer Handglocke von Zimmer zu Zimmer ging. Nach einem tollen Frühstück (fast) ohne Worte machten wir uns auf den Weg nach Elavanyo. Zunächst besichtigten wir die Schule und den Kindergarten, der von unserem Verein gebaut worden war. Der Direktor des evangelischen Zentrums wies uns dabei auf das Problem Schulgeld hin. Pro Schüler fallen durchschnittlich 2.400 CFA, das sind ca. 2,10 € im Jahr. Viele Eltern können diesen Betrag leider nicht für ihre Kinder aufbringen.

Mit einer kleinen Programmänderung fuhren wir anschließend ins 20km entfernte Atigba. Der Lionsclub Aalen hat dort vor drei Jahren eine Primärschule finanziert. Nach dem Gespräch mit dem Dorfchef mussten wir eine kleine Pause in Dzobegan einlegen. Es herrschten 33°C bei einer Luftfeuchtigkeit von 95%. Später folgte eine abenteuerliche Fahrt von Dzobegan nach Ahlon-Bogo: drei Kilometer Serpentinen und ca. 600 Höhenmeter. Die Straße, die teilweise keine war, forderte vom Sprinter und dem Fahrer alles ab. In Ahlon stellte uns Leon ein Wasserprojekt vor. Die Bewohner profitieren hier von einer Bergquelle, welche gefiltertes Wasser über eine 2km lange Leitung Wasser in die Nähe des Dorfes bringt. Geplant wäre nun die Versorgung des Dorfes mit fünf Wasserstellen. Diese Anfrage hat das ABCN vor ca. 6 Monaten erhalten. Unser Beschluss: Wir fordern einen Kostenvoranschlag an und entscheiden darüber dann in Deutschland.
                   
Über eine steile Schotterpiste, die sich über 20km erstreckte, erreichten wir am frühen Abend Wetrope. Dort errichteten wir im Jahr 2005 eine Schule. Der Empfang von ca. 150 Schülerinnen und Schülern war sehr herzlich. Sie riefen uns freudig „Jowo, Jowo, Bonsoir“ (Guten Tag ihr Weißen) zu. Die Schule war in einem guten Zustand. Wir freuten uns zu sehen, dass die Dachrinne, die Zisterne und vor allem die togoische Wasserpumpe funktionieren. Völlig erschöpft erreichten wir das Kloster, wo wir pünktlich um 18:45 Uhr zum Abendessen erschienen.

                                     

Freitag, 23.11.

Den nächsten Tag widmeten wir unserem landwirtschaftlichen Projekt, sowie der  unserer Aufforstung nahe Elavayo. Die starke Nachfrage auf dem Weltmarkt nach Soja und Mais hat sich bis in den Busch herumgesprochen. Auch wir haben drei Felder (2,7 ha) Soja angepflanzt. Der Bestand ist verhältnismäßig gut, geschätzter Ertrag: 1,5 Tonnen pro Hektar. Bei einer Kalkulation mit Fremdarbeitern stellten wir fest, dass der Weltmarktpreis mit 50 € je 100kg bei Soja viel zu billig ist. Bewirtschaftung über Fremdarbeiter bei einem Tagesverdienst von 1,20 € kann keine Kostendeckung erreicht werden. Auf unseren Maisfeldern haben wir dieses Jahr mit viel Glück Basis Maisgut bekommen, die Erträge waren mit ca. 1,4 Tonnen pro Hektar relativ gut. Dieses Erntegut wird als Saatgut an Kleinbauern weitergegeben. Einziger Nachteil: Togoer sind Weißmais gewohnt. Ihr traditionelles Gericht „Pâte“ (Brei aus Maismehl) ist für gewöhnlich weiß. Pâte aus Gelbmais schmeckt aber genauso gut, ist aber ertragreicher und nahrhafter.

      

Generell begegnete uns das Thema Ernährung jeden Tag. Einerseits bräuchten die Kleinbauern wesentlich höherer Preise für ihre Produkte, anderseits könnten sich diese jedoch kein Mensch leisten. Mein möglicherweise subjektives Fazit: In Entwicklungsländern wie Togo muss die traditionelle Landwirtschaft mit Buschmesser und kurzstieliger Hacke in moderne, auf Produktion ausgerichtete Landwirtschaft geändert werden. Ich sehe leider diese Ansätze in der Entwicklungshilfe nicht. Der Preis von einem Hektar Land hat sich von 20 000 CFA (32 €) auf 200 000 CFA (320€) innerhalb weniger Jahre erhöht. Ausländische Spekulanten und Politiker sehen hierin den größten Gewinn ihrer Geldanlage. Bäuerliche Landwirtschaft kann sich somit nicht entwickeln, die Armut wird größer. Auch Energie wird teurer, Holzkohle beispielsweise als Alternative zu Öl und Gas hat zur Folge, dass viel zu viele Bäume der Holzkohleproduktion zum Opfer gefallen sind. Wir daher stolz auf unsere Aufforstungen, die seit elf Jahren diesem Problem versuchen entgegenwirken. 30 Hektar Wald, ein Augenschmaus.

Samstag, 24.11.

Wir nutzten diesen Tag für die Vorbereitung für unsere Reise in den Norden Togos. Ich verbrachte die meiste Zeit im Büro und versuchte Herr über den Papierkrieg für die geplante Vereinseintragung zu werden… endlose Bürokratie. Der Rest der Gruppe widmete sich unserem Schulbankprojekt. 54 Schulbänke, die von der Lehrlingswerkstatt angefertigt worden sind, wurden protokolliert und fotografiert.

Sonntag,  25.11.

Über eine 50km lange Schotterpiste ging es heute zuerst von Adeta nach Kpozi auf der Route National 1 Richtung Norden. Von dort aus fuhren wir über Atakpamé, Blitta, Sokodé, über die Berge, am Deutschen Denkmal vorbei bis nach Kara. Durch den Saharastaub, den der Wüstenwind Harmattan wie ein Nebel über das Land legt, wurden wir unterwegs richtig braun. Staubig, in Schweiß gebadet und müde kamen wir nach acht Stunden reiner Fahrtzeit (bei 40° C) endlich im Hotel La Fayette an und freuten uns über eine Dusche.

Montag, 26.11.

Am nächsten Tag haben wir uns nach einem ausgiebigen Frühstück mit Herrn Magnangou, Vertreter der Togohilfe Donzdorf, getroffen. Mit ihm haben wir die Terminplanung für den morgigen Tag besprochen. Anschließend haben wir den nördlichsten Punkt unserer diesjährigen Reise – Niamtougou - angefahren. Dort hatten wir von Heinz Söntgen, einem früheren GTZ-Projektleiter , den Auftrag, den Zustand eines Behinderten-Projektes zu begutachten und mit den Verantwortlichen eine Strategie für die Zukunft zu besprechen. Wir wurden sehr herzlich von der Behindertengruppe empfangen, darunter viele alte Bekannte. Bei der Begrüßung fielen Sätze wie beispielsweise: „wir freuen uns sehr, dass Gott Sie geschickt hat!“ Die Codani-Gruppe bedankte sich zunächst für die Spenden, welche sie von unserem Verein erhalten hatte. Leider mussten wir feststellen, dass die Farben, welche wir ihnen dieses Jahr mit dem Container geschickt hatten, nicht beständig im Farbton sind. Wir werden in Deutschland dieser Sache nachgehen. Doch nun zu der Codani-Gruppe selbst: Wir stellten sehr schnell fest, dass ihre Produktpalette (Batikkleidung und Batikstoffe) in ihrer Produktion sehr aufwendig sind. Noch vor Ort haben wir die ersten Überlegungen für ein zukünftig erfolgreiches Arbeiten angestellt. Ein neues Marketing-Konzept wäre notwendig. Vielleicht könnte man auch persönliche Unikate über das Internet anbieten. Das Problem der Codanis ist, dass sich kaum kaufkräftige Kunden bzw. Touristen dorthin verirren. Clemens brachte noch den Vorschlag ein, bei der Stuttgarter Hilfsorganisation „Manager ohne Grenzen“ anzufragen. Vielleicht würde man jemanden finden, der für einige Monate nach Togo reist, um ein neues Marketing auszuarbeiten.

                  

Derzeit arbeiten 34 Personen mit Behinderung im Zentrum. Sollte sich die Vermarktung verbessern, wäre es durchaus möglich, diese Anzahl auf 60 bis 70 Arbeitsplätze zu erhöhen. Die Codani-Gruppe hatte außerdem einen Geschäftsraum in Lomé angemietet, welcher jedoch schon über Jahre hinweg rote Zahlen schrieb. Es wurde beschlossen, diesen Raum sofort aufzugeben. In einer Diskussion in der Gruppe hat sich allerdings auch sehr schnell herausgestellt, dass wir in Togo vielleicht einen zu hohen Maßstab an Wirtschaftlichkeit setzen. Wir sind bestrebt, dass jede Einrichtung zumindest kostendeckend arbeitet. Dabei vergisst man schnell, was bei uns ein Arbeitsplatz in einer Behindertenwerkstatt kostet. Längerfristig wird diese Einrichtung wohl nur über finanzielle Unterstützung am Leben gehalten werden können.

Dienstag, 27.11.

Heute war der Tag für die Projekte der Togohilfe Donzdorf. Wir hatten vor einigen Monaten Herrn Magnangou gebeten, Vorschläge oder Verbesserungen im Trinkwasserbereich auszuarbeiten und uns nach Deutschland zu schicken. Dies hatte er korrekt ausgearbeitet und so sind wir von Kara über eine 25km lange Piste Richtung Beningrenze gefahren. Ziel dieser Reise war die Gegend um D’Agbang. Es war gnadenlos heiß und staubig.

Der erste Vorschlag war ein bestehender Brunnen von 5m Tiefe. In der Trockenzeit von Januar bis März versiegt dieser Brunnen jedoch, da sich das Grundwasser um einige Meter senkt. Man müsste daher den Brunnen auf eine Tiefe von ca. 15m ausbauen. In Bereich des Brunnens wohnen ca. 800 Personen, die ihr Trinkwasser daraus beziehen.
Ein zweites Projekt wäre am CEG (Realschule) in D’Agbang, das wirklich toll geführt wird. Dort werden insgesamt 396 Schüler und Schülerinnen unterrichtet, welche teilweise auch aus dem nahen Benin kommen. Ihr Trinkwasser beziehen sie in der Trockenzeit von einem kleinen Fluss, welcher jedoch aufgestautes, verschmutztes Wasser führt. Alternativ gibt in ca. 1000m Entfernung einen Brunnen mit Pumpe, den die Donzdorfer 1991 gebaut haben. Leider ist die Pumpe in einem sehr desolaten Zustand, weshalb das Wasser aus 38 Meter Tiefe nicht mehr hochgebracht werden kann.

Als dritter Vorschlag wurde der Brunnenbau in der Primärschule in Seyo angeführt. Die Schülerzahl wurde uns mit 295 gegeben. Allerdings befindet sich in unmittelbarer Nähe ein kleines Dorf mit einer Population von ca. 600 Menschen. Der Schuldirektor von Seyo hat schon mehrmals Anfragen für einen Brunnen bei der Präfektur gestellt, doch leider hat die Administration von Togo, wie fast immer, dafür kein Geld.

Im Anschluss an die Besichtigungen haben wir uns als Delegation zusammen gesetzt und folgenden vorläufigen Beschluss gefasst:

1. Die Pumpe des funktionierenden Brunnens in D'Agbang wird mit neuer Membran versehen, um wieder eine optimale Leistung zu erreichen. Aristide, unser Techniker vom ABCN, entnahm eine Wasserprobe und bescheinigte eine optimale Wasserqualität. Es werden mit Kosten zwischen 100-500€ gerechnet. Für dieses Projekt spricht, dass die Schüler des CEGs in D'Agbang dadurch auch in der Trockenzeit in der Lage sind, gutes und ausreichend Trinkwasser aus diesem Brunnen zu schöpfen.

2. Wir bauen einen Brunnen für die Primärschule in Seyo. Von Aristide kam der Vorschlag, einen Brunnen von ca. 15 Metern Tiefe zu graben, eventuell auch bis 30 Meter. Dieser wird dann mit einer einfachen Pumpe versehen. Eine einfache Pumpe ist eine Kordel über die gesamte Tiefe mit kleinen Plastiklöffeln, die dann über ein Handrad das Wasser nach oben transportieren kann. Herr Magnangou war so beeindruckt über die Beschlüsse, dass seine Augen wir Sterne strahlten. Die Kosten für diesen Brunnen mit Pumpe belaufen sich auf ca. 1.000 – 2.000 €.

3. Aufgrund der großen Entfernung zum ABCN werden Arbeiter aus der Gegend von Kara für diese Projekte eingesetzt. Die Planung und Bauleitung hat jedoch Aristide inne, die Beaufsichtigung und Sensibilisierung der Dorfbevölkerung läuft über Herrn Magnangou vor Ort.

Am späten Nachmittag war dann endlich Tourismus angesagt. Dafür sind wir in den etwa 20km entfernten Nationalpark Sarakawa gefahren. Dieser wurde von dem Deutschen Franz Weber organisiert und jahrelang geleitet. Der Park umfasst eine Fläche von 1500 ha und ist eingezäunt. Wie in einer richtigen Safari saßen wir auf der Pritsche eines Toyotas und wurden durch den Park chauffiert. Wir konnten dabei viele Tiere beobachten: verschiedene Antilopen- und Büffelarten, Krokodile, Zebras, Schildkröten, Strauße und Affen. Da in diesem doch sehr kleinen Park viele Tiere gehalten werden, muss leider über die Trockenzeit hinweg zugefüttert werden. Dennoch ist dieser Park, unserer Meinung nach, eine Bereicherung für Togo, da es im ganzen Land kaum noch freilebende Tiere gibt.

Den Abend genossen wir bei gutem afrikanischen Essen am Place de la Victoire. Der Ausklang unserer Tour in den Norden fand auf der Dachterrasse unseres Hotels statt.

                                        

Mittwoch, 28.11.

Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns von Clemens, der mit dem Fahrrad von Kara über Dapaong nach Burkina Faso weiterreiste. Dor wird er einen Container mit Fahrrädern aus Stuttgart in Empfang zu nehmen. Die verbleibende Gruppe hat die Rückreise nach Kpalimé angetreten. Dabei wählten wir trotz Bedenken unserer afrikanischen Freunde ab Atakpamé die Route über über Sodo nach Kpalimé. Wir wollten wenigstens kurz den Ursprungsort unseres Vereins (Sodo) wiedersehen. Leider wurde diese 100km lange Strecke mit ausgespülten Straßen, bei denen Höhenunterschiede von bis zu einem Meter herrschten, zum Alptraum. Es war das schlechteste Straßenteilstück, das ich in Afrika je gefahren bin. Staubig und total erschöpft kamen wir am Abend in Kpalimé an.

Donnerstag, 29.11.

Am Vormittag besuchten wir einen Kindergarten in Kpalimé, in welchem Ramona ein dreimonatiges Praktikum absolvieren wird. Es war eine wahre Freude, 136 Kinder - wohlerzogen und folgsam- zu sehen. Ramona und auch wir waren begeistert.

                                    

Den Nachmittag habe ich mit dem Jahresabschluss verbracht. Ich habe Belege kontrolliert und Rechnungen mit den Scheckzahlungen abgeglichen. Die Bankbelege waren absolut identisch mit dem Transfer aus Deutschland und den Transfers in Togo. Die Abrechnungen haben mit den Kostenvoranschlägen der Projekte im Jahr 2012 absolut übereingestimmt. Die gesamte Buchhaltung für 2012 ist somit zum 30.11. abgerechnet und es beginnt ab dem 01.12. das neue Wirtschaftsjahr. Meine Hochachtung gilt dem Büro im ABCN. Sie haben wieder hervorragend gearbeitet. Ich freue mich diese Bilanz unserem Kassier in Deutschland zu übergeben.

Die restliche Gruppe verbrachte den Mittag im Kunsthandwerkszentrum Centre d'Artisenal. Der einzige Haken an diesem Programmpunkt: „Schade, dass das Rückgepäck pro Person nur 23kg betragen darf.“ Unser Sprinter wurde währenddessen im ABCN für die Reise nach Agbetiko (Südost-Togo) fit gemacht. Die Reifen wurden gefüllt und der Luftfilter repariert.

Freitag, 30.11.

Blankes Chaos in unseren Zimmern im Schwabennest: die restlichen Koffer aus dem Container mussten verteilt werden bzw. noch den passenden Absender finden. Darum begann eine großflächige Sortieraktion - Barbara hatte schon um 7 Uhr morgens damit begonnen. Ramona legte heute ihren Waschtag ein, Janni sortierte unsere Bilder, Maren und ich haben an unserem Reisebericht gearbeitet. Am Nachmittag sind wir dann gemeinsam ins ABCN, um die Geschenke von Lorenz und dem Gaststättenverband (Teller, Besteck, Gläser, Töpfe usw.) ans Macumba zu überreichen. Ferner wurde Werkzeug der Fa. Würth an die Abteilungen des ABCNs übergeben. Bei einem Abschiedessen im Macumba haben wir uns seelisch und moralisch auf die 350 Km lange Reise nach Agbetiko eingestellt.

                                                  

Samstag, 01.12.

Über Lomé ging es heute Richtung Agbetiko mit kurzen Zwischenhalten in drei benachbarten Dörfern nahe Akumagbe. Wir besichtigten Djable, Bagou, Badekpo. Aristide hatte diese als Standorte für eine neue Primärschule ausgewählt, welche der Lionsclub Aalen gerne finanzieren möchte. In Bagou haben wir den Standort für einen neuen Brunnen festgelegt. Dieser wird auf eine Tiefe von ca. 25m gegraben und mit einer einfachen Pumpe ausgestattet. In den Dörfern gibt es aktuell zwei Schulgebäude, eines mit Stroh gedeckt, das andere mit Lehmziegeln und Blechdach (Baujahr 1996, stark baufällig). In diesem Schulkomplex sind derzeit 169 Schüler und Schülerinnen untergebracht. Die Kinder von Batekbo gehen momentan ins 1,8km entfernte Hidze zur Schule, da in Bagou kein Platz mehr ist. Die Schülerzahl würde sich daher bei einem Neubau um etwa 70 Schüler erhöhen.

In allen drei Dörfern gibt es derzeit keine Krankenstation. Ein staatlicher Krankenpfleger versorgt in seiner Lehmhütte die Patienten und betreut Entbindungen. Ein Dispensaire wäre hier sicherlich angebracht. Problematisch an diesem Standort ist jedoch die Phosphatmiene, welche in der Region im Tagebau tätig ist. Aristide wurde mit entsprechenden Recherchen bezüglich der künftigen Ausdehnung der Miene beauftragt.

Im Übrigen sind die Auswirkungen dieses Tagebaus katastrophal. Kilometerweit wird Raubbau an der Natur betrieben, die Landschaft zerstört. Steile bis zu 50m hohe Hügel, welche durch den Aushub entstehen, werden einfach so belassen. Die Nahrungsmittelproduktion der Bevölkerung findet daher in einer Art Mondlandschaft statt und ist nicht ertragreich.

Nach Besichtigung der Dörfer sind wir schließlich Richtung Agbetiko gefahren. Hier ist – was die Temperaturen betrifft – quasi die Hölle Afrikas. In Afagnan, etwa 15km davon entfernt, haben wir das Hotel Millenium bezogen. Das Abendessen fand jedoch traditionell in Agbetiko bei Léon unter dem Mangobaum statt. Hundert Kinder haben uns dabei umlagert, um zu schauen, was die Jowos (die Weißen) machen. Vielen Kindern war anzusehen, wie ausgehungert sie waren. Daraufhin haben wir große Behältnisse mit Reis, Soße und etwas Fleisch aufgestellt. Immer 6-8 Kinder setzten sich um eine Schüssel. Auf Kommando durften dann alle zulangen. Es war unglaublich, wie schnell das Essen verschlungen war. Dieses Erlebnis zeigte uns mal wieder, wie groß das Problem Hunger in Togo ist. Dies gibt uns aber auch wieder Ansporn für unsere Arbeit in Togo, denn nur durch Bildung und Aufklärung in der Nahrungsmittelproduktion kann dieser Teufelskreis durchbrochen werden.

Sonntag, 02.12.

Morgens sind wir gegen 8 Uhr zum Frühstück nach Agbetiko gefahren. Auch heute waren wieder 100 Kinder unsere Zaungäste. Sie freuen sich immer über Jowos (Weiße), vor allem wenn diese Gäste von Léon Djossou sind. Die Kinder wissen genau, dass sie dann etwas zu essen bekommen. Nach dem Frühstück besichtigten wir die von uns vor 10 Jahren erbaute Primärschule. Es war schön zu sehen, dass sich das Gebäude noch immer in einem guten Zustand befindet und dass viele Kinder dort den Unterricht besuchen können. Anschließend fuhren wir zum CEG (Realschule) am Dorfrand, dessen Gebäude sehr baufällig ist. In der Regenzeit überschwemmt der Fluss Mono noch zusätzlich die Schule, sodass die aktuell 176 Schüler mit nassen Füßen im Unterricht sitzen. Immer mehr Schüler, aber auch die Lehrer weigern sich, diese Schule zu betreten. Selbst die Regierung hat angedroht, das CEG ersatzlos schließen zu lassen. Eine Alternative bietet nur das 15km entfernte CEG in Afagnan. Diese kann jedoch aus Platzgründen keine weiteren Schüler mehr aufnehmen. Die Anfrage, in diesem Ort ein neues CEG zu bauen, besteht seit 5 Jahren. Ein Schulgebäude wäre hier so wichtig, da wie vielen togoischen Dörfer auch hier die Kinder entweder ohne weitere Bildung bleiben oder in die nächstgelegen Stadt ziehen. Das Land blutet aus, denn wer einmal Stadtluft geschnuppert hat, kommt nicht mehr zurück.

                                  

Nach einer 3stündigen Mittagspause im Hotel fuhren wir mit der Piroque (Einbaum) ohne Visa über den Mono nach Benin. Dort genossen wir unvergorenen zuckersüßen Palmweinsaft, frisch aus der Palme. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit haben wir die Rückfahrt angetreten. Ohne zu kentern und mit stetem Ausschauhalten nach Krokodilen sind wir heil am anderen Ufer angekommen. Nach dem Abendessen bei Léon fuhren wir gegen 21 Uhr erschöpft ins Hotel.

                        

Montag, 03.12.

Unseren vorletzten Tag in Togo starteten wir mit Victorins obstreichem Frühstück, das aus Ananas, Bananen, Papayas und Melonen bestand. Diese Früchte gab es in Form eines dickflüssigen Saftes. Obwohl alle begeistert waren, meinen Geschmack hat es nicht getroffen.

Gegen 9 Uhr machten wir uns nach Tabligbo auf, einem kleinem Buschdorf, um dort eine Primärschule zu besichtigen. Überschwänglich wurden wir von den Lehrern, den Dorfchefs und von der gesamten Bevölkerung willkommen geheißen. Hierzu gehörte natürlich der Aufmarsch aller Schüler in Reih und Glied. Auch der Voodoo-Zauber durfte nicht fehlen. In einer Kalabasse wurde zunächst eine breiähnliche undefinierbare Flüssigkeit mit einem Ruf in Richtung der Ahnen auf den Boden geschüttet. Gleichzeitig wurde einem Hahn die Kehle durchgeschnitten, dessen Blut verspritzt und die Federn auf den Boden geklebt wurden - eine typisch afrikanische Begrüßungszeremonie… Jetzt konnte uns nichts mehr passieren, denn wir hatten den Segen der Ahnen. Unserem Togo-Neuling Ramona hat es bei dieser Aktion fast den Magen umgedreht.

                                                                          

Eine Schule und eine Krankenstation wären auch in diesem Dorf dringend notwendig. Nach einem kurzen Gespräch und einem schriftlichen Antrag für das Projekt durch die Dorfbevölkerung wurden wir mit Trommelmusik, Gesang und Tanz verabschiedet.

Hektik war dann nun angesagt. Mit einem kleinen Stopp bei „Chez Alice“, wo wir uns duschen und umziehen konnten, ging es dann direkt ins Wirtschaftsministerium, wo wir für 15 Uhr geladen waren. Wir rechneten mit vielen Ärgernissen und Bürokratie, doch zu unserem Erstaunen gab es keinerlei Beanstandungen seitens der Administration. Die Anerkennung unseres Vereins in Togo war perfekt. Wir waren sprachlos. Wir hatten fest damit gerechnet, hier Rede und Antwort stehen zu müssen. Der Beamte meinte wörtlich, er wisse, was der Verein in den letzten 20 Jahren Gutes für Togo getan hätte. Es sei selbstverständlich uns die für die Zukunft wichtigen Papiere und Genehmigungen auszuhändigen und die Eintragung ins Register vorzunehmen. Toll! Von nun an ist Léon Djossou offiziell unser Repräsentant in Togo. Erleichtert und überglücklich sind wir zu Alice zurück gefahren und haben den Abend sichtlich zufrieden mit Wiener Schnitzel, Salat und Eistee ausklingen lassen.

                                                            


Dienstag, 04.12.

Abreisetag. Schon frühzeitig fuhren wir an diesem Morgen zum Flughafen, um einzuchecken und unser Gepäck aufzugeben. Da der Flieger jedoch erst um 23 Uhr startete, hatten wir noch genügend Zeit, mit unseren Partnern ein abschließendes Gespräch zu führen.

Unser letzter Tag in Togo wurde von einem wahrhaft afrikanischen Erlebnis geprägt: Bei der Rückfahrt vom Flughafen hatte ich laut Aussage eines Polizisten eine rote Ampel überfahren. Ich war mir jedoch keiner Schuld bewusst. Ein zweiter Polizist hatte uns mit seiner Trillerpfeife zum Anhalten gezwungen. Auch dieser behauptete, mich gesehen zu haben, obwohl er in entgegengesetzter Richtung stand. Die Papiere und das Fahrzeug wurden kontrolliert. Mein Führerschein wurde einbehalten. Daraufhin haben Aristide und ich afrikanisch verhandelt. So steckten wir dem Ordnungshüter 2000 CFA in die Brusttasche (etwa 3€) und verabschiedeten uns per Handschlag und einem Schildkäppi als Cadeau (Geschenk).

Das  Abschlussgespräch mit Léon, Aristide und Robert führten wir unter herrlichen Kokospalmen und Mangobäumen in Roberts Garten. Mit Kokosmilch aus frischen Kokosnüssen wurden wir dabei verwöhnt. Abends aßen wir traditionsgemäß im Marox, wo wir am großen Stammtisch mit unseren afrikanischen Freunden den Abschied gefeiert haben. Für Janny und Ramona geht das Abendteuer Togo noch drei bzw. vier Monate weiter. Die Kälte in Deutschland bleibt ihnen zumindest bis auf's Weitere erspart.

Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit unserem Aufenthalt. Dank einer sehr homogenen Gruppe war er stets angenehm und zudem sehr erfolgreich. Erfreulich ist vor allem, dass keiner der Reiseteilnehmer durch eine Krankheit ausgefallen ist und dass es trotz 2000 km auf fürchterlichen Straßen mit sehr vielen Mototaxis, Fußgängern und Ziegen nie zu einem Unfall kam.

 

Unsere Projekte und die Buchhaltung in Togo sind super organisiert. An dieser Stelle muss man auch Léon und Aristide einen großen Dank aussprechen. Durch ihre Arbeit und ihr Engagement für den Verein können wir auch in Zukunft neue Projekte realisieren.