Politik & Geschichte

Der Süden Togos war im 16. Jahrhundert als Sklavenküste bekannt. Sie diente Europa und später Amerika als Lieferant für schwarzafrikanische Sklaven. Später wurde Togo zum deutschen Schutzgebiet, besser bekannt als Deutsch Westafrika. In Form von Architektur und Straßenbau spiegelt sich die deutschen Kolonialzeit noch heute wider.

Während des Ersten Weltkriegs wurde die deutsche Musterkolonie von den Engländern und Franzosen besetzt. Zwei Drittel des Gebietes mit der gesamten Küsten fiel später an Frankreich (Französisch-Togoland), der Westanteil an Großbritannien (Britisch-Togoland; heute zu Ghana gehörig). Erst im Jahre 1955 erhielt der französische Teil seine Autonomie, fünf Jahre später, am 27. April 1960, vollends die Unabhängigkeit. Sylvanus Olympio wurde erstes Staatsoberhaupt der Republik Togo.  

General Gnassingbé Eyadéma stürzte am 13. Januar 1963 Olympio und ließ ihn ermorden. Vier Jahre später ernannte sich jener zum Präsidenten der jungen Republik, welche er fortan in einer Militärdiktatur regierte. Während seiner Amtszeit verstoß Eyadéma oft gegen die geltenden Menschenrechte. Amnesty International kritisierte vor allem den brutalen, herzlosen Umgang mit vielen politischen Gegnern und Journalisten. Sie wurden einfach in Gefängnisse geworfen, in denen Misshandlungen und Folter auf sie erwarten. Infolge dessen verhängte die Europäische Union 1993 Strafen über die Republik Togo, in dem sie die Zahlung von Entwicklungshilfen aussetzte und Wirtschaftssanktionen beschloss. Der internationale Druck führte zur Ausarbeitung einer neuen liberalen Verfassung, gegen die jedoch bis heute verstoßen wird. Nachfolger des 2005 verstorbenen Präsidenten wurde dessen Sohn Faure.

Aktuell wird immer wieder von Aufständen der Bevölkerung berichtet, welche insbesondere in der Hauptstadt Lomé gegen den Präsidenten und seine Politik demonstrieren. Diese verlaufen momentan aber überwiegend friedlich und gewaltfrei.