Bevölkerung

 

In einem Entwicklungsland wie Togo ist es nahezu unmöglich eine genaue Aussage bezüglich der Bevölkerungsgröße zu treffen. Man schätzt die Einwohnerzahl auf etwa 6,9 Millionen Einwohner. Bezogen auf die Größe des Landes entspricht dies einer Bevölkerungsdichte von rund 121 Einwohnern je Quadratkilometer.

Die Hälfte der Bevölkerung ist 16 Jahre alt oder jünger. Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 19,4 Jahren. Ein Togoer, der im Jahr 2011 geboren ist, hat unter den gegenwärtigen Gegebenheiten eine Lebenserwartung von 63,1 Jahren. Wie bei uns in Deutschland liegt diese bei der weiblichen Bevölkerung mit 65,3 Jahren deutlich über dem Wert der Männer (60,2 Jahre).

Durch eine derart geringe Lebenserwartung erscheint es kaum verwunderlich, dass lediglich 3,2% der Togoer über 65 Jahre alt sind. Traurige  Wahrheit: Die Lebenserwartung ist mit 63,1 Jahren die höchste Westafrikas.

Trotz der hohen Geburtenrate von 4,9 Kindern pro Frau liegt das Bevölkerungswachstum nur bei 2,7%. Verantwortlich sind hierfür vor allem die zahlreichen Fehl- oder Todgeburten, die u.a. durch Mangel- und Fehlernährung und harte Arbeit hervorgerufen werden. In der Geburtshilfe des Solidarités (Krankenstation in Kpalimé) kommen durchschnittlich zwei auf jede registrierte Frau. Desweiteren ist die Kindersterblichkeit wie in vielen Entwicklungsländern mit offiziell 5,8% relativ hoch.

Mädchen in Togo werden schon sehr früh – gewollt oder ungewollt -  schwanger. Diese Kinder kommen aus Sicht der Familien nicht unbedingt ungelegen, da dies ein Zeichen für Fruchtbarkeit ist. Eine (arrangierte) Heirat wird dadurch erleichtert. Diese Kinder wachsen zumeist bei den Großeltern wie Geschwister auf.

Togo ist mit 42 Ethnien ein Vielvölkerstaat. Im Süden dominieren dabei die Ewe/Mina, welche auch in Ghana und Benin zuhause sind. Im Norden hingegen leben überwiegend die Kabyé. Das Zugehörigkeitsgefühl zur eigenen Ethnie nahm seit der Unabhängigkeit 1967 zu und ist immer wieder Grund für Spannungen. In der deutschen Kolonialzeit dominierten die Ewe. Sie bekleideten viele gehobene Positionen und Ämter. 1967 endete diese Dominanz zu Gunsten der Kabiyé, da der damalige Diktator Gnassingbé Eyadéma auf Kabiyés für Militär und Staatssicherheit setzte.